320-Zeichen-Meta-Descriptions

Mit dem Platz kam der Mehrwert. Oder doch nicht?

Mit der neuen Meta-Description-Länge kommen bei vielen Online-Marketing-Teams und Inhouse-SEOs die grauen Haare zum Vorschein. Hat man doch so kurz vor Weihnachten nicht eh schon genug mit anderen Aufgaben zu tun.

Google hat mit der Reduktion der Featured Snippets nun fast parallel dazu, noch die Länge der Meta-Descriptions in den SERPs verdoppelt. Von ca. 156 Zeichen sind wir nun bei ca. 320 Zeichen angekommen.

Mir als Technical-SEO-Manager stellen sich dabei sofort einige Fragen:

  • Warum hat Google die Meta-Description verlängert?
  • Welchen Vorteil sieht Google darin deutlich mehr Platz in den SERPs dafür zu verschwenden?
  • Welchen Nutzen hat dies für den Suchenden?
  • Muss ich als SEO-Manager jetzt alle Meta-Descriptions anpassen?

Auf einige dieser Fragen kann man nur mit Thesen antworten, auf einige jedoch mit klaren Empfehlungen. Doch fangen wir einfach mal vorne an…

Google verlängert die Meta-Description auf 320-Zeichen

Das ist ein Fakt der zum heutigen Standpunkt hochgradige Aktualität genießt. Der Grund für die Verlängerung könnte aus meiner Sicht zwei potentielle Gründe haben:

  1. Google benötigt einen Ausgleich für die reduzierte Anzahl an Featured Snippets
  2. Google hat diese Maßnahme ergriffen, um für die Voice Search mehr potentielle Antworten liefern zu können

Natürlich sind diese Thesen nur meine persönliche Sicht und können von der “wahren Beabsichtigung” abweichen. Ich denke jedoch, dass in jedem Fall diese Thesen genug Anlass zur Diskussion mit sich bringen – gerne in den Kommentaren.

Mehrwert in den SERPs

Mehr Inhalt = Mehrwert? Nun, dass dies oft nicht der Fall ist, wissen wir alle. Doch vielleicht sieht Google in der Erweiterung der Meta-Description eine Chance darin, weniger Back-to-SERP-Suchen bei ihren eigenen Kunden zu produzieren. Schließlich weiß der Suchende deutlich mehr über die dahinterliegende Website, noch bevor er diese tatsächlich besucht hat.

Dieser Umstand könnte im Umkehrschluss für uns Website-Betreiber dazu führen, dass wir einen spürbaren CTR-Verlust bei URLs mit minderwertigen Meta-Descriptions in der Search Console sehen müssten könnten.

TIPP: Mit dem SEO-Dashboard kannst du dies sehr schnell durch die SEO-Routine “Suchanfragen für…” feststellen.

Der Nutzen für den Suchenden

Weiß ich mehr über die Website – im Guten wie auch im Schlechten – muss ich nicht erst klicken, wenn ich bereits in den SERPs sehen kann, wohin mich der Klick verführen will. Langfristig könnte diese Maßnahme also tatsächlich weitreichende Folgen auf unser Klick- bzw. Touch-Verhalten haben und somit weniger Websitebesuche nötig machen, um unseren Suchbedarf zu befriedigen.

Doch wer profitiert davon? Google? Der Suchende? Klar. Dies entspricht klar Googles Masterplan. Doch es profitieren auch wir.

Wir, die in der Vergangenheit eine positive Erfahrung bei den Suchenden hinterlassen haben und – um ein wenig Buzzword-Bingo zu spielen – die, die eine Marke sind und nicht einfach nur leere Worthülsen im Netz veröffentlichen.

Denn selbst wenn unsere Meta-Descriptions jetzt noch mehr wie ein loser und zusammenhangsfreier Haufen Worte erscheint, so wird sich unsere Marke durchsetzen und den Suchenden zum Klick verleiten – sofern unsere Marke in der Vergangenheit bei ihm einen guten Eindruck hinterlassen hat.

So viel zur Theorie…

Meta-Descriptions optimieren

First-Come-First-Serve. Könnte man meinen und wird wahrscheinlich auch in den ersten Wochen/Monaten der neuen 320-Zeichen-Meta-Description der Fall sein. Ich denke jedoch, dass auch die alten, bereits auf 156-Zeichen optimierten Seiten nach wie vor eine gute Figur in den SERPs machen werden. Schließlich ist die Meta-Description nicht das einzige Element, welches wir bei der Snippet-Optimierung nutzen können.

Ein Beispiel aus der mobilen Suche (siehe Grafik) zeigt dies deutlich: Die Meta-Description wird farblich leicht reduziert dargestellt und sorgt so für eine etwas untergeordnete Rolle in der Wahrnehmung des Ergebnisses und nimmt, auch bei 320-Zeichen, gerade mal so viel Platz ein wie der Titel und die URL.

Ich habe zwar keine belastbaren Zahlen, jedoch bin ich mir sicher, das mobil nur ein kleinerer Kreis die Meta-Description tatsächlich vollständig – vor dem Klick –lesen wird.

Wie sieht es bei dir aus? Liest du auf dem Smartphone die Meta-Description?

Meine Einschätzung zur neuen Meta-Description

Ich denke es ist ein guter Schritt zu mehr UX auf Seiten der Google Suchergebnisse. Schließlich weiß ich als Suchender deutlich mehr über das Ergebnis. Auf kurze Sicht könnte ich mir ebenso vorstellen, dass Marken von diesem Snippet profitieren werden – bis die Top-10 ihre Meta-Descriptions optimiert haben.

Eine weitere These: Emojis und ASCII-Zeichen werden demnächst wieder aus den Meta-Desciptions ausgebaut – da diese einfach im Textfluss untergehen und kaum noch ihre Funktion ausüben können.

Wie denkst du darüber? Willst du jetzt als Meta-Descriptions anpassen oder erstmal abwarten wie sich der Markt sondiert?

Du willst überprüfen welche Landingpages deiner Website eine gekürzte Meta-Description haben? Dann schaue dir jetzt mein Video zur Landingpage-SEO an und lerne, wie du dir einen Google-Data-Studio-SEO-Report bauen kannst.

9 Comments

  1. Veröffentlich von Franziska am 6. Dezember 2017 um 06:19

    Die offizielle Ansage von Google ist: Nicht anpassen. Wie passt das dazu?



    • Veröffentlich von André Goldmann am 6. Dezember 2017 um 08:45

      Vollkommen berechtigter Einwand Franziska!

      Ich persönlich finde es immer schwierig auf Basis von unterschiedlichen Tweets seitens Google-Mitarbeiter von „offiziell“ zu sprechen. Allerdings beziehe ich einige Thesen auch auf eben solchen von Danny Sullivan in dem er folgendes aussagt:

      I will ask around. But as a guide, it’s not likely to be longer than 320 characters, which I believe is the max we show now. If you had a meta description longer than that — AND we used it exactly (which often isn’t the case) — longer wouldn’t show. — Link zum Tweet

      Auf Grund der Tatsache, dass man bei solchen Aussagen immer selbst mitdenken muss (find ich super), interpretiere ich folgendes daraus: Solange es von Google keine definitive Aussage gibt (meinetwegen auch eine aus unterschiedlichen Tweets verschiedener Mitarbeiter), dass das integrieren einer Meta-Description überhaupt nicht mehr von Google berücksichtigt wird und ich die Möglichkeit besitze dem Suchenden von meinem Angebot über eben diese zu überzeugen – werde ich dies immer probieren.

      Ob man dies jetzt hochgradig priorisiert oder nicht, bleibt natürlich jedem selbst überlassen. Ich denke jedoch das die Snippet-Optimierung eine der wenigen noch verbleibenden Dinge ist, die wir messbar und für Kunden nachvollziehbar durchführen können und deshalb spreche ich mich immer dafür aus.



  2. Veröffentlich von Stefan Rudolph am 6. Dezember 2017 um 07:33

    Ja spannendes Thema. Die Meta Description nun mit einer Frage beginnen, deren Antwort sich -auch- auf der verlinkten Webseite befindet. Die Frage dann in der Description gleich beantworten, um ggf. den Platz als Featured Snippet anzugreifen? Werden diese Links in den SERPS geklickt, wenn man bei Google gleich die Antwort bekommt. Ich werde jedenfalls mit einer Kombination aus beidem spielen, Frage, kurze, fast befriedigende Antwort und klickstarkem CTA – Text. Mal sehen ob das aufgeht, oder was meint Ihr?



    • Veröffentlich von André Goldmann am 6. Dezember 2017 um 08:50

      Sehr guter Ansatz Stefan! Da denke ich mal ein wenig drüber nach und komme später mal mit einem möglichen Ansatz als Content-Update.

      Danke für deinen wertvollen Kommentar! ?



  3. Veröffentlich von Annette am 6. Dezember 2017 um 07:55

    Hallo Andre, wieder ein toller gut geschriebener Artikel.

    Viele Grüße,

    Annette



  4. Veröffentlich von Annette am 6. Dezember 2017 um 07:57

    ich denke, das ich Meta Description anpasse. Aber das heisst mehr arbeit um immer dem Trend dabei zu sein.



  5. Veröffentlich von Christian Hänsel am 7. Dezember 2017 um 11:57

    Ich werde meine Descriptions eher nicht anpassen – maximal im Rahmen eines Tests für einige wenige Seiten. Dabei würde ich dann ähnlich vorgehen wie Stephan das oben weiter geschrieben hat. Anfüttern, hungrig machen, auf die Seite locken.

    Ich denke, dass Google zukünftig die Inhalte der Descriptions eh immer mehr selbst bestimmen wird und nur im Ausnahmefall auf die manuell gesetzte Description zurückgreifen wird.

    Meiner Meinung nach werden die Descriptions – so wie auch schon die meta keywords – in Zukunft immer weniger eine Rolle spielen und irgendwann komplett wegfallen.



  6. Veröffentlich von Christian Hansch am 20. Dezember 2017 um 10:44

    Ich werde meine Snippets peu á peu anpassen. Der einzig mir bisher bekannte Snippet Optimierer ist Sistrix, der meiner Meinung nach aber zu viele Pixel erlaubt. Ich versuche auf max. 2130 Pixel zu optimieren.
    Interessant finde ich deine These mit dem Ausbau von den Emojis und ASCII-Zeichen. Im Moment baue ich noch ✅ als Eye-Catcher ein 🙂 Aber bin da auch immer ein wenig zwei gespalten.



    • Veröffentlich von André Goldmann am 20. Dezember 2017 um 12:52

      Hallo Christian, meinst du sicher Pixel? Pixel werden zur Kürzung der Meta-Description nicht verwendet, daher meine Frage. Google kürzt lediglich den Titel durch Pixel ab – und das auch nur auf den Desktop-SERPs. Die Meta-Description wird auf Basis der Zeichenlänge gekürzt.



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